Sonntag, Dezember 16, 2012

Küchenteufel backt nach: Puddingstreuselschneckenkuchen

Wer regelmäßig hier auftaucht wird feststellen, dass ich in der rechten Spalte eine neue Rubrik untergebracht habe - die Foodblogger. Ich stöbere so häufig dort herum, dass es schade wäre, euch nicht an den tollen Inhalten dieser begeisterten Köche teilhaben zu lassen. Eine dieser Foodbloggerinnen, die ich auch mal persönlich traf, ist Steph vom KuLa, und ihr Blog kann ich absolut empfehlen. Immer wieder habe ich mehrere Tabs mit ihren Rezepten offen, in der Hoffnung, alles nachkochen/backen zu können. Schaffe ich natürlich nicht, bevor der Firefox dann doch abstürzt :)

Gestern sollte es für die Lieblingsfreundin einen Geburtstagskuchen geben. Nicht zu mächtig, nicht zu viel Cremezeugs, eher klassisch. Aber schon raffiniert. Und vor allem ohne Alkohol, denn es wird noch gestillt. Wie gut, dass ich gerade diesen Puddingstreuselschneckenkuchen beim KuLa entdeckt hatte!






Puddingstreuselschneckenkuchen à là KuLa


Zutaten


Für den Hefeteig


500g Mehl (405)
1 Tüte Trockenhefe im Originalrezept stehen 1/2 - 1 Würfel Frischhefe, doch die, die ich da hatte, roch sehr verdächtig...
250 ml lauwarme Milch
50 g Zucker
1 TL Salz
1 Ei
70 g Butter im Originalrezept stehen 75 g, aber ich hatte nur 70 g da
1 Beutel Bourbonvanillezucker im Originalrezept steht Vanilleextrakt, aber die letzte Flasche aus den USA ist leer und ich hab noch keinen neuen angesetzt

Für die Puddingfüllung


750 ml Milch
7 EL Zucker
2 Tüten Dr. Oetker Vanillepuddingpulver

Steph vom KuLa hat eine tolle Anleitung, wie man ganz ohne Tüte und deren evtl. Zusätze einen klasse Pudding kocht. Mir fehlte jedoch die Maisstärke.

Streusel

70 g weiche Butter
70 g Rohrzucker im Originalrezept steht Roh-Rohrzucker, aber ich hatte die braune Papiertüte von Nordzucker noch da
100g Mehl
1 Tüte Bourbonvanillezucker hier bietet die Rezepterstellerin diverse Variationen an

Zuckerguss


200 g Puderzucker
1 EL Zitronensaft
etwas Milch

Zubereitung

Hefeteig

Alle Zutaten für den Hefeteig hintereinander in eine große Schüssel geben (Plastik, ich bevorzuge immer noch die Hefeteigschüssel von Tupper) und mit den Knethaken des Handrührer auf kleiner Stufe kräftig verkneten. Das dauert seine Zeit - wohl dem, der eine Küchenmaschine besitzt. Wenn am Rand kein Teig mehr ist und man den Teig von Hand prima verkneten kann, ohne das er klebt (nur so, als wenn man schwitzend auf dem Ledersofa wäre), ist er fertig und sollte abgedeckt ein wenig an einem warmen Ort stehen.

Im Originalrezept ist eine leicht verständliche Anleitung zur Erstellung eines Hefeteigs mit Frischhefe verlinkt, die ich euch sehr ans Herz legen kann.

Puddingfüllung

Während der Teig geht, kocht man den Pudding. Ich benutze die Mikrokanne von Tupper und habe daher den Pudding in zwei Portionen gekocht. Beim ersten Mal 400 ml Milch, 4 EL Zucker und eine Tüte Puddingpulver in der Kanne mit dem Schneebesen verrühren, in der Mikrowelle mit Deckel drei Minuten kochen. Herausnehmen und kräftig umrühren, dann ohne Deckel nochmal ca. zwei Minuten kochen. Umfüllen und mit 350 ml Milch, 3 EL Zucker und einer Tüte Puddingpulver das Ganze nochmal.

Wer den Topf bevorzugt, sollte sich 50 ml Milch in eine kleine Schüssel geben und den Rest der Milch aufkochen. In der kleinen Portion Milch den gesamten Zucker und beide Tüten Puddingpulver verrühren, diese Mischung langsam in die kochende Milch einrühren und aufkochen lassen (Hitze reduzieren und immer weiter rühren, sonst brennt der Pudding wie die Hölle am Topfboden).

Beim Originalrezept in der KuLa gibts wie gesagt den Pudding ganz ohne Tüte, das lohnt sich!

Die Zutaten zusammenbringen


Den inzwischen gut aufgegangenen Hefeteig einmal durchkneten, auf ca. 50x30 cm schön gleichmäßig dick ausrollen und mit dem Pudding bestreichen. Nun wurde es für mich leicht kniffelig: "Von der Längsseite aufrollen und in 9 Schnecken schneiden".
Hm.



Ich habe beherzt begonnen zu rollen und die Enden rechts und links, die nicht so schön geworden sind, einfach abgeschnitten. Dann habe ich mit dem Zollstock gemessen, wie lang die Rolle war und habe ca. 4 cm große Stücke geschnitten. Erst war ich ein wenig vorsichtig, aber bei den Schnecken kommt es nach dem Backen ja auch nicht darauf an, dass sie unter den Streuseln schick kreisrund sind. Dann ging es auch leichter. Weil das alles jedoch so lange dauerte, und weil der Teig ja auch nix besseres zu tun hatte, begann er wohl auch aufgrund der Restwärme des Vanillepuddings bereits weiter zu gehen *hihi*

Ich habe die Schnecken - wie im Originalrezept beschrieben - einfach nebeneinander in meine Springform gelegt, erstmal einige an den Rand, dann zwei in die Mitte und dann habe ich weiter den Rand aufgefüllt. Die anderen Rollen mussten dann "mal rücken", damit alle hineinpassten.

Alex hat derweil aus den oben genannten Zutaten die Streusel erstellt. Allerdings auch hier mangels Vanilleextrakt (die neuen Vanilleschoten zum selbst ansetzen liegen schon in der Küche!) wieder mit der Bourbon-Version des Vanillezuckers. Seiner Meinung nach müssen wir die Streuselmenge beim nächsten Mal verdoppeln. Ab auf den Kuchen mit den Dingern und dann bei 180°C für ca. 40 Minuten in den Backofen. Ab der 35. Minute sollte man den Kuchen ein wenig beobachten, jeder Ofen ist ja anders.

Wenn der Kuchen aus dem Ofen kommt - und die gesamte Wohnung beduftet - aus Puderzucker und Zitronensaft einen Guß erstellen. Ich musste ca. 2 EL Milch hinzufügen, dann war er perfekt. Mit einem Silikonpinsel auf dem noch heißen Kuchen verteilen, wenn man den Guß einfach draufgießt, dann bleibt er zwischen den Streuseln stecken.


Abkühlen lassen und genießen!


Dienstag, Dezember 11, 2012

Küchenteufel alkoholisch: Mexikaner

Ich weiß gar nicht mehr, wann genau mir das Zeugs das erste Mal über den Weg gelaufen ist. Auf jeden Fall stand ich in der Kieler Schaubude und entdeckte das Getränk "Mexikaner" zum verteufelt günstigen Preis auf der mit Kreide beschriebenen Getränketafel.

Da ich bei sowas ziemlich schmerzfrei bin (auch wenn das bei Bestellungen wie "Handkäs mit Musik" ziemlich nach hinten losgehen kann), bestellte ich uns einfach mal eine Runde davon und erhielt nach Tomatensaft aussehende "Kurze". Kurz geschnuppert - riecht auch nach Tomatensaft, prima. Den mag ich. Was ich hingegen nicht mag, sind scharfe Speisen, und dank dieser unglaublich subtilen Überleitung weiß nun sicherlich auch derjenige, der noch keinen "Mexikaner" getrunken hat, was nun kommt. Genau, das Zeugs ist - zumindest für mich - höllisch scharf! Die Mittrinker zeigten von Begeisterung über angewidert sein bis hin zu "mich verfluchend" eine weite Bandbreite der Emotionen und ich vergass das Getränk so schnell ich konnte.

Seit dem Jahr 2011 jedoch (oder ich bin ein "ganz ganz late adopter") kommt man am "Mexikaner" weder in Hamburg noch in Kiel vorbei: Gefühlt jede! kleine Kneipe hat ihn auf der Karte, immer "hausgemacht" nach einem eigenen Rezept. Das Internet ist daher voll von unterschiedlichen Mixturen für den einzig und alleinig selig machenden "Mexikaner".

Aber wieso komme ich nun darauf, ein Getränk zu mixen, dass ich nicht mal mag? Das begab sich so: Eine Party im Hause S./R. stand an und der Vorrat der hochprozentigen Flaschen musste gesichert werden. Neben Rumsorten, Wodka und all den anderen leckeren Schweinereien, die für Longdrinks und Cocktails benötigt werden, fand sich auch eine herrenlose, noch verschlossene Flasche "Oldesloer Weizenkorn". Da man mich mit dem Zeug jagen kann, musste eine Verwendung dafür her, und eine kurze Google-Recherche ergab, dass der "einzig wahre Mexikaner" genau auf diesem Stöffchen basiert. Alle weiteren Zutaten für u.g. Rezept habe ich nun aus diversen online verfügbaren Rezepten zusammengestückelt und es ist den Geschmacksnerven des Mannes zu verdanken, dass wir nun unsere ganz eigene Mischung besitzen.

Inzwischen gibt es den Mexikaner 2.0 - mit allen Verbesserungen!
Unten die "alte" Version.

"Danielas Mexikaner"


Zutaten


0,7 l Oldesloer Weizenkorn
2 l Tomatensaft (wir mögen den Bio-Saft von Aldi)
0,5 l Sangrita Pikant
1 Flasche Tabasco
3 EL Pfeffer
3 EL Salz
1 TL Zucker
Zitronensaft und Cayennepfeffer nach Bedarf

Zubereitung


Einfach eine große Schüssel bereitstellen und alles ineinander kippen. Da der Sangrita (Achtung: Das ist kein spanischer Schädelspalterwein mit Tippfehler!) etwas zähflüssiger ist, bietet es sich an, die Reste aus der Flasche mit einem Teil des Korns "herauszuspülen". Wir wollen ja nix verkommen lassen! :)

Gründlich verrühren und ggf. mit mehr Tabasco, mehr Pfeffer oder mehr "allem" abschmecken. Es gibt reichlich Versionen mit einer Mischung aus Wodka und Tequila, aber erstens kann ich eine Mischung dieser beiden Getränkesorten im Hinblick auf meinen Kopf nicht empfehlen, ausserdem kann man mit den beiden doch so viele andere schöne Dinge anstellen ...

In Flaschen abfüllen (es gibt bei IKEA so schöne Flaschen mit Bügelverschluss für 1,49 Euro, aber natürlich eignet sich auch jede andere übriggebliebene und ausgespülte Flasche mit Schraubverschluss), nett beschriften und hinaus in die Welt mit dem Getränk!

Viel Spaß!

Montag, Dezember 10, 2012

Küchenteufel experimentiert: Vegane Spargelcremesuppe

In der letzten Woche kamen einige Dinge zusammen: Alex´ Geburtstagsfeier sollte mehr zu essen haben als nur den üblichen "Pfundstopf mit allem" und ein wenig Brot, während meine Mama ihren im Sommer eingefrorenen Spargel vom Bauernhof um die Ecke loswerden wollte und mich daher mit  2 kg davon beglückte. Also: Spargelcremesuppe!

Nun rennt bei uns der eine oder andere laktoseintolerante Freund/Freundin herum, außerdem stieß vor kurzem jemand dazu, die vegan lebt. Es drängte sich also die Frage auf, ob man eine Spargelcremesuppe auch vegan und lecker hinbekommt? Jupp, geht!

Vegane Spargelcremesuppe


Zutaten


2 kg Spargel, geputzt und klein geschnitten (ca. 3-4 cm)
1 TL Salz
1 TL Zucker
100 g Mehl
100 g (Bio-)Alsana Margarine
1/2 Packung Soja Cuisine

Zum Würzen: Salz, Pfeffer, Zitronensaft, Muskat, Petersilie (gehackt)

Zubereitung


Den Spargel schälen und in ca. 3-4 cm lange Stücke schneiden (Auch wenn es in fast jedem Rezept mit Spargel steht, trotzdem nochmal die Erinnerung: Schale nicht gleich wegwerfen sondern daraus gleich nochmal ne Suppe kochen!) und in einen Topf geben. Salz & Zucker darübergeben und soviel Wasser dazugeben, dass der Spargel gerade mal bedeckt ist. Ca. 15 - 20 min. kochen lassen.

Ein Sieb über einen kleinen Topf stellen und den Spargel abgießen, das Wasser auffangen. Der Topg gehört zurück auf die Herdplatte, um darin die Butter zu schmelzen. Danach das Mehl hinzugeben und mit einem Holzlöffel verrühren. Wenn die Mehl/Margarine-Masse ein wenig "blubbert", nach und nach das Spargelwasser dazugeben und mit einem Schneebesen verrühren, bis es die Konsistenz einer Spargelcremesuppe hat :-) Ich habe bisher immer das komplette Wasser benötigt, aber bitte selbst entscheiden, ob alles hineinmuss! Sollte es zu flüssig werden, in einem kleinen Topf fix nochmal aus Mehl, Margarine und Wasser etwas zusätzliche Mehlschwitze herstellen. 

Mit Salz, Pfeffer aus der Mühle und frischer Muskatnuss abschmecken. Ein klein wenig Zitronensaft unterrühren (keine Plastikzitrone, das geht schief!) und die Petersilie nach Bedarf unterrühren. Dann den Spargel wieder in den Topf geben und ca. 10 Minuten erwärmen/ziehen lassen.

Guten Appetit!

Donnerstag, Dezember 06, 2012

Küchenteufel mantscht: Möhren & Kartoffeln untereinander aka Rübenmus

Selten habe ich auf so vielen unterschiedlichen Kanälen Feedback für ein Instagram-Food-Photo bekommen.



Von "Und dann noch ausgelassene knusprige Speckwürfel drüber und 'ne Kochwurst dazu!!" über "Oh, das muss ich auch mal wieder machen!" bis hin zu "Ähm ... haste mal ein Rezept?" oder das unschlagbare: "...das Ganze garniert auf einem Blech Pizzateig..." war wirklich alles dabei.

Insgesamt zähle ich fünf Anfragen für "Gib mal Rezept" in den unterschiedlichsten Formen, daher hier mal ein kleiner Blogbeitrag zu einem der simpelsten Wintergerichte ever. Ich denke, der Teufel steckt hier im Detail: Es müssen schon Kartoffeln und Karotten vom Markt sein, der Pfeffer frisch aus der Mühle, das Salz nicht aus der Billig-Salinenpackung und die Muskatnuss frisch gerieben, dann würde ich jede Sterneküchenspeise dafür stehen lassen.

Karotten & Kartoffeln untereinander aka Rübenmus


Zutaten (für 3 ordentliche Esser)


1 kg Kartoffeln
1 kg Möhren / Karotten
1/2 Zwiebel
1/2 Steckrübe
Salz, bunter Pfeffer, Muskatnuss
Butter

Kochwürste, Kassler, Speckwürfel etc. als Beilage

Zubereitung

Vorweg: Nicht-Veggies sollten als erstes die Kochwürste in Wasser erhitzen und ziehen lassen. Das Wasser, dass auf diese Weise aromatisiert wird, ist toll geeignet als Kochwasser für die Kartoffeln, die Steckrübe & die Karotten.

Die Zwiebel fein hacken und mit etwas Öl in einem großen Topf anbraten. Kartoffeln und Möhren in kleine Würfel schneiden. Mit in den Topf geben, mit Wasser auffüllen, bis alles leicht bedeckt ist. Salz zugeben. Weich kochen. Die Schleswig-Holsteiner geben jetzt noch 1/2 bis eine ganze kleingewürfelte Steckrübe dazu. Kann ich empfehlen, ist dann aber nicht mehr rheinisch :-)

Danach das Wasser abgießen, evtl. ein wenig Kochwasser in einer Schüssel zurückbehalten. Meersalz, Pfeffer und Muskatnuss dazugeben und mit dem Kartoffelstampfer (Handbetrieb, der Gute von Omi!) nicht zu fein stampfen. Nicht zu wenig würzen! In einem kleinen Topf oder Pfanne Butter erhitzen, bis sich kleine braune Stückchen darin sammeln. Die "Kartoffel-Karotten-Steckrüben-Mantsche" auf einen Teller geben und mit der braunen Butter übergießen. Wer mag, zerlässt in der Pfanne noch Speckwürfel.

Dazu passen die o.g. Kohlwürste (gerade jetzt zur Grünkohlzeit) oder Kasslerscheiben.

 

Guten Appetit!

Dienstag, November 27, 2012

Küchenteufel bäckt: Milchbrot

Man könnte meinen, dass die Backwelt derzeit nur noch aus Plätzchen, Stollen und anderen Weihnachtsbackwaren besteht - und auch ich werde mit Sicherheit am kommenden Wochen die ersten Plätzchen backen.

Doch hier und heute wird ein ganz anderes Backprodukt vorgestellt, denn in der letzten Woche hat die Frau Küchenlatein mir mit dem Bild eines Milchbrotes auf instagram ziemlich den Mund wässerig gemacht. Das Rezept ist im Original von Dan Lepard und wurde im Guardian veröffentlicht.
Ich habe es mir mal übersetzt und nur ein wenig für mich abgeändert.

So sah es dann aus:





Dan Lepard´s milk bread


Zutaten


375 ml Vollmilch
100 ml kaltes Wasser
2 TL Trockenhefe
75 g ungesalzene Butter
625 g Mehl Typ 550
25 g Feiner Zucker (oder Honig)
2 TL Salz
Öl zum kneten

Zubereitung



  • Die Milch aufkochen und in eine Schüssel gießen. Das kalte Wasser hinzugeben, um die Milch schneller abzukühlen. Wenn die Mischung handwarm ist, die Hefe unterrühren und 5 Minuten stehen lassen.

Warum die Milch aufkochen? Das hat Dan Lepard in den Kommentaren nochmal erläutert: "Boiling the milk makes the crumb lighter as it destroys the main protein found in milk, casein: if you don't do it, you get a slightly heavier crumb."

  • Die Butter schmelzen.
  • Mehl, Zucker und Salz in das Hefegemisch geben, dann die flüssige Butter dazugeben. Mit den Händen zu einem groben, trotzdem gut vermischten Teig verkneten. 

Und hier bin ich dann abgewichen: Anstatt dem Rezept zu vertrauen und einfach nur ein wenig mit den Händen drin herumzukneten,  habe ich meine Knethaken in den Handrührer gesteckt und einen elastischen Teig geknetet. Aber vielleicht traue ich mich ja irgendwann mal.

Dan Lepard gibt übrigens noch einen Hinweis an dieser Stelle: At this point, you can adjust it, adding slightly more water for a softer dough that will bake extra-light, or slightly more flour for a dough that will hold its shape better.


  • Abdecken und zehn Minuten stehen lassen, danach eine Arbeitsplatte einölen und den Teig zehn Sekunden durchkneten.
  • Nocheinmal ca. eine Stunde gehen lassen, wenn möglich, in dieser Zeit noch ein oder zwei Mal in gleicher Weise kneten. Aufgrund der aktuellen Witterungsbedingungen - meine Küche ist kalt! - habe ich die geschlossene Tupperschüssel in angenehm warmem Wasser in der Spüle schwimmen lassen.
  • Eine Form ausbuttern oder mit Backpapier auslegen (ich nehm da meine Silikonform, die muss ja auch einen Zweck haben) Den Teig in zwei Bälle formen und hineinlegen.  
  • Den Teig um die Hälfte aufgehen lassen - ich habe die Form dann ebenfalls in warmes Wasser gestellt und abgedeckt. 
  • Die Oberseite mit Mehl bestreuen, einen Schnitt in die Mitte geben und bei 180°C ca. 50 min. backen.
  • Direkt nach dem Backen aus der Form holen und auskühlen lassen.


Nach dem Backen


Das Brot ist bei mir sehr fluffig geworden, Alex hingegen hätte es gern süßer. Wer also nach einem "Milchbrötchen" wie in deutschen Supermärkten sucht, sollte unbedingt die oben angegebene Zuckermenge erhöhen.

Abwandlungen


Dan Lepard spricht in dem oben verlinkten Artikel davon, dass man das Rezept auch als Basis benutzen kann, zum Beispiel für gefüllte Röllchen oder für solch leckere Schweinereien wie Schokobrötchen. Für letzteres einfach 250 g "chocolate chips" - ich denke mal, da gehen die Schokotröpfchen ganz gut - verwenden.
Der Teig sollte nicht mehr zu warm sein (Stichwort: warme Milch), damit die Schokolade nicht wegschmilzt und am besten direkt nach dem ersten Kneten hinein.
Dann Bällchen oder längliche Brötchen von ca. 100 g herstellen (laut Dan ca. 15 Stück) und auf zwei mit Backpapier ausgelegten Blechen verteilen. Abgedeckt mit einem Küchentuch an einem warmen Ort aufgehen lassen, bis sie sich ca. verdoppelt haben (deshalb zwei Bleche) und mit einem verklepperten Ei bestreichen.
Bei 220°C Ober- und Unterhitze ca. 20 Minuten backen bis sie "golden" geworden sind. Klingt lecker, werde ich beizeiten ausprobieren und natürlich mit Fotos dokumentieren, versprochen!

Freitag, November 23, 2012

Pl0gbar Punschbar in Kiel 2012

Es ist mal wieder Zeit für ein Treffen der Kieler Social-Media-Nutzer, der "pl0gbar", passend zur Jahreszeit auf dem Weihnachtsmarkt zum zünftigen Punsch.

Christoph war so nett, bei Facebook eine Terminumfrage zu machen und hat zwei Termine festgelegt, an denen es wieder "Punschbar" heißt:
Da wir ja auch bei GooglePlus (G+) aktiver werden wollen, existiert natürlich auch ein G+-Event (zumindest für den 6.12.): Link zu G+

Wir treffen uns nahe der Rossmann-Filiale in der Holstenstrasse. Wer neu dazukommt, sollte einfach nach einer Gruppe Menschen Ausschau halten, die nicht nur miteinander, sondern auch offen mit ihren Smartphones agiert :)

Eingeladen ist wie immer jeder, der sich irgendwie mit dem Internet beschäftigt, sei es durch bloggen, twittern, chatten oder die Nutzung von Foren oder soziale Netzwerke wie Facebook. Man kann sich mit Gleichgesinnten treffen und austauschen.


Wer sich nicht wegen der Pl0gbar mit Facebook beschäftigen will, gibt uns einfach per Twitter oder in den Kommentaren unter diesem Posting Bescheid :)
 
Wie geht es dann weiter?

Wenn der Weihnachtsmarkt schließt, werden wir wahrscheinlich in eine Lokalität weiterwandern. Welche das sein wird, wissen wir noch nicht und es würde mich wundern, wenn wir es schaffen, das vor dem Termin hinzubekommen *g*

Achtung: Wenn alles klappt, gehts für alle Interessierten am 16. dann in eine speziell für uns geöffnete Vorstellung von "Der kleine Hobbit"!

Donnerstag, November 15, 2012

Regeln / Unsitten im Kino

Ich gehe in letzter Zeit viel zu selten ins Kino, doch einen Film im TV oder auf dem Rechner zu gucken ist einfach keine Alternative. Die meisten Filme sehe ich mir in solch netten kleinen Kinos wie dem Studio Filmtheater oder dem Traum Kino an, doch ab und zu muss ich mal ins Cinemaxx.

Wie ich es hasse, wenn der Fußboden klebt, die Menschen sich vor und hinter mir lautstark darüber unterhalten, den Film schnellstmöglich illegal herunterzuladen oder wen sie gerade wie oft bei WKW gedisst haben oder immer irgendwer noch eine Tüte geschmuggelte Gummibärchen aus der Tasche zieht - bzw. sie in der Tasche läßt und jedes Mal geräuschvoll etwas herausholt - ist kaum zu beschreiben. Genauso dieses ständige "wollen sie etwa noch sitzen bleiben?"-Gequengel der anderen Leute in der Reihe, wenn man es wagt, gemütlich den Abspann abzuwarten. Ich bin ja echt kein Snob und gutes Benehmen hat beileibe nichts mit dem Bildungsstand zu tun, aber die Wahrscheinlichkeit, u.g. Zielgruppe zu treffen, ist im Cinemaxx erheblich höher als in Studio, Trauma oder metro.

Aber wie kann man nun auf ein verträgliches Miteinander kommen? Ein paar Kinofreaks bei der BBC haben eine Liste der "Do"s and "Don´t"s zusammengestellt, die im ersten Augenblick sehr von oben herab klingt, aber mich doch zum schmunzeln gebracht hat - den "Code of Conduct". Gefunden habe ich das Video bei mostly movies:


Freitag, Oktober 26, 2012

Warnung vor Schlüsselanhänger mit GPS?

Bevor man etwas fröhlich weiterverbreitet, sollte man jemanden fragen, der sich mit sowas auskennt. Nicht, dass ich das immer tun würde, aber ich bemühe mich doch sehr darum. Um so stolzer war ich, als mich eine liebe Freundin darauf ansprach, ob ich etwas von dieser merkwürdigen Geschichte um die angeblichen Einbrüche nach Geschenk eines Schlüsselanhängers (an einer Tankstelle) kennen würde. Eine Bekannte hätte von warnenden Flugblättern in Geschäften auf dem Kieler Ostufer berichtet.
Die Geschichte soweit: Banden sprechen wohlsituiert aussehende Menschen an Tankstellen an, um ihnen hochwertig aussehende Schlüsselanhänger zu schenken. Diese seien jedoch mit einem GPS-Tracker versehen, der über mehrere Tage den Aufenthaltsort des Beschenkten ausspioniere, auf diese Weise wüßte, wo sich der Wohnort befindet und wann man nicht zu Hause seie - perfekte Bedingungen für einen stressfreien Einbruch.

Ich wußte bis dato nichts darüber, fragte aber in meinem direkten Umfeld und siehe da: Auch Alex´ Vater hatte an einer belgischen Tankstelle eine solche Warnung erhalten.

Kiel und Brüssel, soso ...

Tante Gugl konnte dann aber sofort helfen, denn diese Geschichte steht bereits auf der Hoax-Seite der TU Berlin. Doch wie war das? Niemals nur einer Meinung trauen?

Also hab ich in meiner Funktion als "Chefredakteurin" des Fördeflüsterers flugs mal bei der Pressestelle der Polizeidirektion Kiel angerufen und habe mich nett mit Matthias Arends unterhalten.

Und weil Cliffhanger so einen Spaß machen, könnt ihr den Rest der Geschichte beim Fördeflüsterer lesen: "Hoax-Alarm in Kiel: Einbruch durch Schlüsselanhänger mit GPS?"

:-)

Mittwoch, Oktober 17, 2012

Küchenteufel frühstückt: EggMcMuffin

Nachdem die letzte Küchenteufelwoche zum Thema "Frühstück" etwas abrupt endete (eine Erkältung lockt einen einfach nicht in die Küche), möchte ich aber doch noch was nachtragen. So geht es nun in den Fast Food-Bereich.

Geschätzte 2-3 x im Jahr verschlägt es uns zum frühstücken zu McDonald´s. Während ich jedes Mal verzweifelt vor dieser komplett anderen Speisekarte stehe und andere Leute vorlassen muss, weil ich so entscheidungsschwach bin, wußte Alex bisher genau, was er essen wollte: Dieses fiese Geschmackserlebnis namens Country McGriddles, das meiner Erinnerung nach aus einer stark gewürzten Frikadelle, einem runden Spiegelei sowie einer Scheibe würzigem Plastikkäse besteht - und das Ganze zwischen zwei warmen weichen Brötchen mit Ahornsirupeinschüssen. Die Tatsache, dass er das Ding immer ohne den Käse bestellt hat, macht es nicht besser.

Vor zwei Wochen waren wir zum ersten Mal in diesem Jahr mal wieder zur Frühstückszeit beim amerikanischen Schotten und siehe da - das Ding ist aus dem Programm! Aber Alex fand eine andere "Leckerei", nämlich das runde Ei und die gewürzte Bulette in einem englischen Muffinbrötchen (in Deutschland als "Toasties" auf dem Markt). Während ich ihn dieses Ding essen sah, ratterten bei mir die Zahnräder: Kann man sowas nicht auch selbst "bauen"? Man kann.

Danielas EggMuffin

Zutaten


Bratwurstbrät (alternativ grobe bzw. feine Bratwurst im Darm)
Salz, Pfeffer
Eier
runde Spiegeleiform für die Pfanne
englische Muffins

Zubereitung


Das Bratwurstbrät (ich mag dieses Wort!) aus dem Darm befreien und mit Salz & Pfeffer würzen. Mit einem Glas, dass etwas kleiner als das englische Muffinbrötchen ist, Taler ausstechen und in einer Pfanne in Butterschmalz oder geschmacksneutralem Öl braten. In einer anderen Pfanne ebenfalls Fett erhitzen, die Eierförmchen aufstellen und kreisrunde Spiegeleier braten.

Parallel dazu im Toaster die Muffinbrötchen aufbacken und durchschneiden. Mit dem Bratwursttaler und dem runden Spiegelei befüllen und - Guten Appetit!

P.S. Wer Spaß daran hat oder einfach wissen will, welche Zutaten im Brötchen sind, kann sich die Dinger auch einfach selbst backen. Siehe hier: Englische Muffins/Toasties.

Dienstag, Oktober 16, 2012

Küchenteufel frühstückt: Englische Muffins / Toasties

Eigentlich war die Küchenteufel - Frühstückswoche ja schon in der letzten Woche, aber was lange währt ...

Muffins zum Frühstück? Ja, aber nicht die leckeren kleinen Rührteigkuchen, welche die Amerikaner als "Muffins" bezeichnen, sondern die flachen, kreisrunden Brötchen, die im großbritischen Reich (und so also auch in Indien) Muffins heißen - in Deutschland werden sie als "Toasties" verkauft.

Leider sind die Dinger auch nicht gerade billig, und da ich sie in Indien als selbstgemacht kennengelernt habe, musste ich auch mal ausprobieren, sie nachzubacken und nach einigen Experimenten habe ich mich für dieses (aus vielen Versionen zusammengebastelten) Rezept entschieden.

Englische Muffins / Toasties

Zutaten


450 g Mehl (405 oder 550)
50 g Sonnenblumenkerne (wenn man die wegläßt, einfach 50 g Mehl hinzufügen)
9 g Trockenhefe
10 g Backmalz
1 TL Salz
1 TL Zucker
200 ml lauwarme Milch
50 g Butter oder neutrales Pflanzenöl

Zubereitung


Milch und Butter in einen Topf geben und leicht erwärmen, bis die Butter geschmolzen ist. Vom Herd nehmen und die Hefe hineinrühren (Achtung: Die Temperatur sollte nicht über 45°C liegen, sonst werden die Hefezellen zerstört).

Mehl, Sonnenblumenkerne, Salz, Zucker und Backmalz vermischen und langsam das Milch-Butter-Hefegemisch dazugeben. Mit den Knethaken des Handrührers zu einem glatten Teig verarbeiten. Die Schüssel abdecken und an einem warmen Ort gehen lassen (ich benutze die Peng-Schüssel von Tupperware und stelle sie in die mit lauwarmem Wasser gefüllte Spüle), bis der der Teig sich sichtbar vergrößert hat. Kräftig durchkneten und nocheinmal 10 min. gehen lassen.

Ein Holzbrett oder eine Backunterlage mit Mehl bestäuben und den Teig ca. 1 cm dick ausrollen. Mit einem Glas Teigkreise ausstechen und auf ein Backblech legen. Den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze aufheizen und ca. 15 Minuten backen - nach der halben Zeit die Muffins 1x umdrehen.

Donnerstag, Oktober 11, 2012

Küchenteufel wird bekocht: Lemon Chicken

Eigentlich ist ja gerade Frühstückswoche hier auf dem Blog, aber eine fette Erkältung (harmlos, aber nervig) hat mich aus der Küche auf die Couch befördert.
So langsam kehrt jedoch der Appetit zurück und da zahlreiche Rezepte aufs ausprobieren und abändern warteten, habe ich mit ca. 80% Hilfe von Alex den Berg minimalst abgetragen - mit Lemon Chicken.

Das Orange Chicken ist ja schon länger eins meiner Lieblingsessen und ich habe mich sehr gefreut, dass ich ein Copy Cat Rezept gefunden habe, was dem zumindest sehr nah kommt. Bei Alex ist es jedoch das Lemon Chicken, nachdem wir noch forschen. Dieses hier ist zwar auch nicht so wie das, was er einst in Singapur aß, aber mir hat es geschmeckt und deshalb will ich euch unsere Version des Rezeptes nicht vorenthalten:




Lemon Chicken


Zutaten Fleisch


ca. 500 g Hähnchenfilet, in mundgerechte Happen geschnitten
1/2 TL Ingwer (ich nehms aus dem Glas, Vorsicht bei frisch geriebenem Ingwer - vielleicht nur 1/4 TL davon)
2 TL Stärkemehl
1 verschlagenes Eiweiß
etwas Salz & Pfeffer

Zutaten Sauce


3 TL Stärkemehl
3 TL Wasser
4 EL Zucker
2 EL Zitronensaft
2 EL Sojasauce
200 ml Gemüsebrühe
1 TL Sherry

Zubereitung


Das Hühnchen in mundgerechte Happen schneiden. In einer Schüssel Eiweiß, Salz, Pfeffer, das Stärkemehl und den Ingwer verrühren (am besten mit dem Schneebesen). Das Huhn dazugeben und für 20 - 25 min. an einem kühlen Ort marinieren lassen.

Derweil wird die Sauce vorbereitet: In einem kleinen Schüsselchen Stärkemehl und Wasser vermischen und beiseite stellen. In einem kleinen Topf alle anderen Zutaten einfüllen und zusammenrühren.

In einer weiten Pfanne reichlich pflanzliches Öl vermischen und die Hähnchenstücke von allen seiten leicht anbraten. Wenn das Huhn eine schöne Farbe bekommen hat, auf Küchenkrepp etwas abtropfen lassen. Den kleinen Topf mit der Sauce erhitzen (ggf. mit mehr Zucker/Zitrone/Sojasauce abschmecken - wobei: wir haben schon kräftig erhöht im Vergleich zum Originalrezept *lach*). Das "Stärke-Wasser" dazugeben und sofort rühren, bis die Sauce stark angedickt ist. Vom Feuer nehmen und die Hähnchenstücke hineingeben.

Mit Reis servieren.

Mittwoch, Oktober 10, 2012

Küchenteufel frühstückt: Müsli mit Joghurt und Früchten

Manchmal ist das Gute ganz simpel: Ein gutes Müsli, kombiniert mit einem Milchprodukt und Obst sättigt und gibt jede Menge Power für den ganzen Tag.

Und damit man bei all den Leckereien, die ich in dieser "Frühstückswoche" bereits gepostet habe bzw. noch posten werde, nicht auf die Idee kommt, mal meinen Cholesterinspiegel zu messen, möchte ich euch vorstellen, was ich von all den Dingen eigentlich am liebsten frühstücke. Ist simpel, geht schnell (naja, bis auf die Schnippelarbeit) und ist sehr lecker!

Danielas Joghurt-Obst-Müsli

Zutaten


50 g Müsli (z.B. die Fünf-Korn-Flocken von dm, die sind ohne Zucker, Rosinen etc.)
gemischte Früchte nach Wahl (ich mag am liebsten Mango, Apfel und rote Beeren aus dem TK, weil es die eigentlich immer gibt, saisonabhängig auch Birnen, Orangen etc.)
250 g normaler Joghurt

Zubereitung


Die Lieblingsfrüchte kleinzuschneiden macht eigentlich die meiste Arbeit, bei mir vor allem deshalb, weil ich die Schale von Äpfeln nicht mitessen darf, weil ich gern Orangenfilets verwende und weil ich ein Mango-Junkie bin. Die Orangen werden geschält und dann die Filets an den Häutchen entlang herausgetrennt - da bekommt man schnell den Dreh raus. Über einem Teller o.ä. machen, sonst saut man sich die ganze Arbeitsplatte ein. Den aufgefangenen Saft kann man gleich mit verwenden. Die Mango stellt man senkrecht auf und schneidet rechts und links ganz dicht am Kern entlang. Dann ein Würfelmuster in die Mangohälften hineinschneiden und mit einem Löffel herausholen. Die TK-Beeren kommen derweil einfach für 2 Min. auf die Auftaustufe der Mikrowelle (oder rechtzeitig abends rausnehmen, kommt aufs selbe heraus).

Mein Lieblingsmüsli besteht aus zahlreichen Körnern und keinerlei Zucker oder anderen Zusatzstoffen. In eine große Müslischüssel geben, mit dem Joghurt übergießen und verrühren, etwas ziehen lassen (z.B. Tee oder Kaffee kochen). Dann die Früchte dazugeben und genießen. Lecker!

Dienstag, Oktober 09, 2012

Küchenteufel frühstückt: Egg in a basket

Willkommen in der Blogwoche "Frühstücksrezepte". Gestern gab es ja schon ein Rezept mit Toast, und wenn ich schon mal Weißbrot im Haus habe (das passiert selten genug), dann feiere ich das mit vielen Leckereien, bevor mein Gaumen und auch mein Verdauungssystem wieder nach den Mehrkornbroten schreien.

Langer Rede, kurzer Sinn: Es gibt schon wieder Toast mit Ei und einem lustigen Namen.

Egg in a basket

Zutaten


4 Scheiben Toast (auch gern das körnerlastige Balance Toast, mir schmeckt das eigentlich noch besser)
4 Eier, frisch
1 Glas o.ä. zum ausstechen
Salz, Pfeffer, Paprikapulver

Zubereitung


Auf großen Toastscheiben kreisrunde Löcher ausstechen. Butter in einer Pfanne erhitzen und zwei Toastscheiben darin leicht anbraten. Toastscheiben umdrehen. Je ein Ei vorsichtig in das Loch gleiten lassen (frische Eier bleiben auch an Ort und Stelle und zerlaufen nicht unter der Toastscheibe, sind daher empfehlenswert).




 Die Hitze herunterdrehen und das Ei bis zur gewünschten Stärke stocken lassen. Mit Salz & Pfeffer würzen und servieren. Voilà!

Für Leute wie mich, die Spiegeleier nicht mögen, geht das natürlich auch mit einem verklepperten (Rühr-)Ei, dann jedoch nach der Hälfte der Zeit einmal umdrehen - außerdem grinst einen das Eigelb natürlich nicht so schön an. Die Romantiker unter uns können statt dem schnöden Kreis natürlich auch ein Herz ausstechen - in Küchenabteilungen gibt es da auch extra Förmchen, um Spiegeleier ganz ohne Brot in diese Form zu bringen.


 Pro-Tipp: Wer kein Gluten darf oder auf Kohlenhydrate verzichten möchte, schneidet einfach eine rote Paprika in Ringe, legt sie in die Pfanne und läßt das Ei dorthinein gleiten.

Guten Appetit!

Montag, Oktober 08, 2012

Küchenteufel frühstückt: French Toast

Ich frühstücke viel zu selten, dabei sind regelmäßige Mahlzeiten eigentlich DER Geheimtipp, um sein Gewicht zu reduzieren. Wenn wir uns denn (meist am Wochenende) doch die Mühe eines aufwändigen Frühstücks machen, dann eher kalorienhaltig - aber lecker! Also gibt es dieses Woche mal jeden Tag ein schmackhaftes, wenn auch nicht immer besonders gesundes Frühstücksrezept.

Ein lang verschüttetes, gerade erst wieder entdecktes Rezept sind French Toast, die es früher immer mal wieder bei mir zu Hause gab. In Deutschland kennt man die Dinger glaub ich als "Arme Ritter". Auf jeden Fall ist es sehr lecker und sehr mächtig. Nachkochen auf eigene Gefahr!

French Toast

Zutaten

6 Scheiben Weißbrot / große Toastscheiben etc.
4 Eier
35 g Mehl
45 g Zucker
1 Pr. Salz
1 Pr. Zimt
150 ml Milch/Sahne-Gemisch (wie ihr das aufteilt, entscheidet selbst)
ein wenig Vanilleextrakt (alternativ: Vanillezucker)

Zubereitung


 Alle Zutaten (bis auf das Brot) miteinander vermengen, am besten in einem Schüttelbecher. Dann in eine flache Schüssel, Teller o.ä. geben. Ich habe auf dem Foto oben den Fehler gemacht, alles direkt in der Schüssel verrühren zu wollen, das gab viele Mehlklumpen. Also lieber den Schüttelbecher oder ein anderes Gefäß, in dem ihr mit dem Schneebesen herumtoben könnt.



Eine Pfanne mit Butterschmalz oder geschmackneutralem Öl auf mittlerer Stufe erhitzen.
Währenddessen die ersten beiden Scheiben Brot von beiden Seiten einweichen (nicht zu lange, sonst brechen sie) und dann in der Pfanne von beiden Seiten hellbraun backen.

Mit den restlichen Brotscheiben genauso verfahren.


Mit Puderzucker, Früchten, Sirup, Marmelade o.ä. servieren. Kann man aber auch mit Baked Beans, Spiegeleiern und Bacon essen.


P.S. Den Vanilleextrakt habe ich mir beim letzten US-Urlaub mitgebracht und er ist geschmacklich einfach "der Hammer". Kann man aber auch prima selbst herstellen, wenn man der Erstellerin von "USA-kulinarisch" oder der Kollegin vom "Küchenlatein" glauben darf. 

Donnerstag, Oktober 04, 2012

Küchenteufel bäckt: Puddingschnecken

Ich hatte da noch zwei Päckchen Hefe im Kühlschrank, dass laut MHD am Wochenende ihrem Bestimmer entgegentreten sollten (also: Sie kämen in den Müll).
Also fix in den einschlägigen Internetforen nach einem leckeren, leicht zu machenden Hefeteiggebäck gesucht und gefunden: Puddingschnecken!
Und die waren auch echt lecker, aber noch nicht perfekt. Daher habe ich ein wenig "modifiziert", und herausgekommen sind

"Danielas Puddingschnecken"



Zutaten Hefeteig


500 g Mehl
1 P. Hefe (frisch oder trocken)
100 g Zucker
80 g Butter, weich
Milch, lauwarm
1 TL Salz
1 Ei

Zutaten Puddingfüllung

1 P. Puddingpulver, Vanille
400 ml Milch
2 EL Zucker
100 g Creme fraiche

Hagelzucker, evtl. Zuckerguss zur Deko

Zubereitung

Die Hefe in eine kleine Schüssel zerbröseln, mit einer Prise Zucker und der lauwarmen Milch auflösen. Mehl, Salz und Zucker vermischen, Butter, Ei und das Hefegemisch dazugeben und einige Minuten kneten (Knethaken am Rührgerät). Der Teig sollte schön glatt und elastisch werden.

In warmem Wasser oder einem anderen warmen Ort zugedeckt ca. 30 min. gehen lassen.

Währenddessen aus der Milch, dem Zucker und dem Puddingpulver nach Packungsanleitung einen Vanillepudding kochen. Ich benutze die Mikrowellenkanne von Tupper, da werden Zucker und Puddingpulver direkt mit einem Schneebesen in die Milch gerührt, und 2 Minuten abgedeckt erhitzt und dann umgerührt. Danach 2x je eine Minute ohne Deckel in die Mikrowelle stellen, dazwischen kräftig umrühren. Die Creme fraiche hineinrühren, abdecken und abkühlen lassen (z.B. im Kühlschrank).

Auf einer Backmatte oder einem gut bemehlten Holzbrett den elastischen Teig ausrollen und mit dem Pudding bestreichen. Von der kurzen Seite her behutsam aufrollen (wenn man eine Backmatte benutzt, geht das ganz prima mit der Matte) und mit einem scharfen Messer ca. 2 cm breite Scheiben abschneiden. Die Scheiben auf ein Blech legen und mit Hagelzucker bestreuen.

Den Backofen auf ca. 190°C Ober- und Unterhitze vorheizen (solange das Backblech abgedeckt stehen lassen, damit die Schnecken noch etwas gehen können) und die Schnecken ca. 15 Minuten backen. Es kommt ein wenig auf euren Backofen an, nach 15 Minuten den Backofen regelmäßig kontrollieren.

Auf einem Gitter o.ä. auskühlen lassen und bei Bedarf mit mehr Hagelzucker bestreuen (wenn noch warm) oder mit Zuckerguß bestreichen (wenn kalt).

Variationen: Man kann den Vanillepudding mit Zimt/Zucker gesüßten Apfelstückchen, Schokotropfen oder Eierlikör verfeinern oder gleich komplett mit Schokopudding bestreichen.

Mittwoch, Oktober 03, 2012

Küchenteufel im Herbst: Kürbissuppe

Nachdem ich vor einigen Jahren den Kürbis für mich entdeckt habe, versuche ich dessen Saison mit den unterschiedlichsten Zubereitungsarten auszureizen. Da wären das Kürbisbrot und die Kürbisspätzle, aber auch Nudelsaucen mit dem orangefarbenen Gesellen.

Was eigentlich immer geht, ist eine wärmende, gut gewürzte Kürbissuppe. In den letzten Jahren haben wir uns durch diverse Variationen gekocht, denn der Kürbis allein ist dann doch ein wenig langweilig. Herausgekommen ist diese Suppe hier, die sich nah an einige der bestbewertetsten Rezepte von Chefkoch.de hält. Update: Es gibt 2016 eine zweite Variante mit Orangensaft, die ich eigentlich nur noch koche. Aus Nostalgiegründen bleibt die "alte" Variante hier drin, aber ich lege euch die Variante mit der süßen Südfrucht wirklich sehr ans Herz!

Kürbissuppe

Zutaten

Die neue Kürbissuppe

900 g Hokkaido
400 g Karotten
1/2 Gemüsezwiebel
1 TL Ingwer
1/2 TL Knoblauch
1 Liter Biobrühe
400 ml Kokosmilch
100 ml Orangensaft

Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer, Limettensaft und Sojasauce zum würzen
Kürbiskernöl, Kürbiskerne und Schmand zum verfeinern

Die alte Variante 

700 g Hokkaidokürbis (gewürfelt)
500 g Möhren (geputzt und geschnitten)
1/2 Gemüsezwiebel (klein)
1 TL Ingwermus (Glas; oder ca. 2 cm frischer Ingwer, geraspelt)
1/2 TL Knoblauchmus (optional)
900 ml Brühe, Fond etc. (ich nutze Gemüsebrühe)
400 ml Kokosmilch

Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer, Limettensaft und Sojasauce zum würzen / Kürbiskernöl, Kürbiskerne und Schmand zum verfeinern

Zubereitung  

1. Den Kürbis durchschneiden, aushölen, in grobere Stücke schneiden. Man muss Hokkaidokürbis nicht schälen, aber ich mache es gern. Dasselbe mit den Möhren - schälen, die Enden abschneiden und in kleine Stücke schneiden. Je kleiner die Stücke, desto schneller sind sie weich.

2. Die Zwiebel fein hacken und in einem großen Topf in Pflanzenöl glasig dünsten.

3. Ingwer und Knoblauch dazugeben und leicht rösten lassen. Evtl. mehr Öl dazugeben.
4. Den in kleine Stücke geschnittenen Kürbis und die Möhren dazugeben und ein wenig rösten lassen. Dann mit der Brühe aufgießen.


5. Das Gemüse weichkochen (dauert ca. 20 min.) und dann mit dem Zauberstab oder einem Kartoffelstampfer pürieren.

6. Die Kokosmilch dazugeben und mit Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer, Limettensaft und Sojasauce abschmecken.


7. Noch einmal aufkochen lassen. Wem es jetzt noch zu "stückig" ist, kann entweder noch einmal mit dem Pürierstab durchgehen oder es durch die "flotte Lotte" bzw. ein feines Sieb geben.

8. Mit einem Klecks Schmand, einem Muster aus Kürbiskernöl und einigen Kürbiskernen bestreut servieren.



Schmeckt natürlich auch noch einige Tage lang, wird wie jedes gute "Herbstessen" sogar noch besser, wenn es eine Nacht steht. Wenn die Suppe am nächsten Tag etwas zu dickflüssig geworden ist, einfach mit etwas Brühe "verflüssigen".

Guten Appetit!

Donnerstag, September 27, 2012

Blogparade zum Thema "Kochen, Backen, Erhitzen"

Blogparade Küchen Atlas: Kochen und BackenEine Blogparade ist eine feine Sache: Ein Blogger gibt ein Thema vor und möglichst viele Leute schreiben zu diesem Thema viele interessante, lustige, informative oder außergewöhnliche Dinge. Die werden dann gesammelt und man hat die Chance, sich nach und nach alle Berichte durchzulesen. Manchmal gibt es auch noch etwas zu gewinnen, wie bei der Blogparade vom Koch Atlas Blog namens "Kochen, Backen und Erhitzen".

Perfekt für mich, die ich in den letzten Jahren ein wenig mit Themen hadere .. und der Tatsache, dass ich so einiges direkt bei Facebook oder bei Twitter (je nach Länge des Aufregers) poste. Also ran an die Parade!

Wie die Überschrift schon sagt, geht es um Geräte in der Küche, und da werde ich wohl versuchen, einen gewissen Mitleidsbonus zu erringen :-) um die angekündigten Neugeräte zu gewinnen. Ich koche und backe mit Leidenschaft, aber leider nicht auf allerneustem Gerät.

Hier die Fragen der Blogparade:
  • Was für einen Herd hast du? 
  • Welchen Backofen
  • Einbaugeräte oder separat
  • Welche Spezialfunktionen sind dir bei den Geräten wichtig? 
  • Was ist dir sonst noch wichtig bei diesem Thema, vielleicht dein Lieblingstopfset, Pfannen, Bräter, … 
Mein Herd ist ein Elektro-Herd, eingelassen in die Küchenzeile. Das Alter läßt sich schwer schätzen, aber da die Wohnung vorher von der Mutter der Vermieterin und dann von einer wenig kochenden Mädels-WG bewohnt wurde, bevor wir vor 5 Jahren einzogen ... naja, das Alter kann man wohl ablesen. Da ich mit einem Gasherd aufgewachsen bin und auch in den ersten Studi-WGs damit zu tun hatte, tue ich mich auch immer noch ein wenig schwer mit den vier Elektroherdplatten. Eine Platte wurde auch schon ersetzt, weil sie einfach keinen Dampf mehr hatte. Ob es daran lag, dass ich vorher mal aus Versehen eine Tupperschüssel darauf geschmolzen habe (falsche Platte angeschaltet)? Mit Gas/Induktion wäre das nicht passiert :)

Der Backofen kann Unter- und Oberhitze. Dazu kann er noch rein das Lämpchen leuchten lassen (okay, das konnte mein Gasherd nicht!). Außerdem hat er eine Glasscheibe, damit ich wenigstens gucken kann, wenn schon mein Backgut nicht ge-umluft-et wird. Doch ich will nicht laut schimpfen, denn er leistet mir gute Dienste, mein Backwerk schmeckt mir und den Verkostern - und sein Alter ist ja nun wirklich nicht seine Schuld!

Die beiden Geräte sind zwar getrennt eingebaut (man kann das Herdplattenteil anheben), aber die Knöpfe für den Herd sind am Backofen dran. Deshalb, und weil ich als abgebrochene Geisteswissenschaftlerin einfach null Ahnung von solcher Starkstromtechnik habe, habe ich bisher vermieden, etwas neues anzuschaffen.

Was ich mir wünsche? Ohhhh ... da gibt es so einiges. Ganz bescheiden ist mein Wunsch, endlich Induktion/Gas am Herd zu besitzen und eine Umluftfunktion sowie einen Grill im Backofen. Auch der Wunsch, das Backgut auf Schienen aus dem Backofen zu ziehen, um mir nicht dauernd die Handrücken am Backofen zu verbrennen, bringt wahrscheinlich den einen oder anderen Leser zum schmunzeln. Außerdem finde ich es klasse, wenn man die Knöppe versenken kann - meine Kleckereien beim Kochen bekomme ich kaum noch aus den Rillen geputzt. Ach ja: So richtig Temperatur-"Wumms" wünsche ich mir für meine selbstgemachten Flammkuchen etc. Irgendwann hätte ich den Backofen gern auf halber Höhe, aber noch gehts mit dem Bücken.

Wenns um Technik geht, wünsche ich Tech-Junkie mir ein wenig mehr Elektronik am Herd, digitale Anzeigen und Abschalt-Elektronik. Bei einer Messe habe ich solch schicke Dampf-Gar-Funktionen und die Mikrowelle integriert in den Backofen gesehen - sowas könnte ich mir auch gut vorstellen.

Lieblingsgerätschaften: Oh, da gibt es einige! Gute Messer, Töpfe mit Glasdeckeln und isolierten Griffen und allerlei Pfannenwender, Zangen, Bratthermometer erleichtern die Arbeit und erhöhen den Spaßfaktor beim Kochen ganz ungemein. So nach und nach ersetzen wir unser IKEA-/Supermarkt-Sortiment durch gute Sachen.
Derzeit taste ich mich an die Funktionen und Möglichkeiten des Schnellkochtopfs vor, den Mutti mir vor Jahren (man könnte schon von Jahrzehnt sprechen) mitgab und der bisher vor allem für große Eintopfmengen und als Behälter für Silikonbackformen gut war. Doch seine Zeit ist gekommen :) z.B. sein Dämpfeinsatz hilft mir, mehr Wan Tan zu fritieren als

Mein Liebling ist jedoch ein kleiner Topf, den ich mir aus Indien mitgebracht habe, und den ich vor allem zum fritieren benutze (steht auf dem Herdbild oben links). Er hat keinerlei besondere Funktionen oder herausragende Eigenschaften, außer der Tatsache, dass eine meiner indischen Tanten einen lieben Gruß an mich auf dem Deckel hat eingravieren lassen. Irgendwie schmecken indische Leckereien daraus einfach besser.

Okay, das wars von mir. Ich danke Claudine von holifruitsalad, dass sie mich auf diese Blogparade aufmerksam gemacht hat und werde jetzt mal die anderen Beiträge durchstöbern (ich wollte halt erstmal meinen Text fertig machen). Vielleicht berichte ich ja bald von den Tücken eines Herd-Einbaus, aber auf jeden Fall tauchen hier ab sofort häufiger Blogparaden-Beiträge auf, das ist einfach ein perfekter Motivationsschub!

Küchenteufel dämpft: Wan Tan (Dim Sum)

Ich koche mich gern quer durch alle Küchen. Auch wenn das bedeutet, dass ich wohl in nix so richtig Expertin werde :)

Eigentlich wollten wir im Soho essen gehen, aber aus Gründen konnte ich nicht aus dem Haus. Bewegen ist aber besser als schonen, also ging der Mann mit Einkaufszettel shoppen und ich ruhte noch ein wenig auf dem Sofa. Geplant waren waren diese fritierten WanTans und wir waren fröhlich damit beschäftigt, Teigtaschen zu füllen und zu fritieren.
Doch tief drin hatte ich Sorge, dass mir zu viel fritiertes Essen bei zu wenig Bewegung doch auf den Magen schlagen würde.

 
Was tun?
Dämpfen!

Der Schnellkochtopf hat praktischerweise einen Dämpfeinsatz, den haben wir fix mit einem zugeschnittenen Blatt Backpapier belegt, Wasser erhitzt und den Deckel drauf getan. ca. 15 Minuten später gabs nicht nur fritiertes, sondern auch gedämpftes.

Doch da waren noch Blätter übrig und außerdem hatte ich Appetit auf etwas mit Rinderhack. Daher gab es heute

Gedämpfte Wan Tan (Dim Sum)

Zutaten:

200g Beef-Hack, angebraten
1 Karotte, fein gerieben
2 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten
Knoblauch
Ingwer
2 EL süße Chilisauce
2 EL Sojasauce
1 TL Fischsauce
Salz, Pfeffer

WanTan-Blätter, TK
1 Ei, verschlagen

Zubereitung:

Alle Zutaten bis auf die Blätter und das Ei vermischen und fein hacken. Das geht mit einem großen Messer, oder aber mit der Häcksler-Funktion der Küchenmaschine. Die WanTan-Blätter auftauen und die Ränder großzügig mit dem verschlagenen Ei bepinseln. Einen Teelöffel voll Füllung auf die Mitte geben und die Enden des Blattes oben zusammenkleben. Es sieht dann wie ein Säckchen aus.


Alternativ kann man auch ein Dreieick klappen (dann von der Füllung nach außen streichen) oder so ein "Ravioliklappdings" benutzen. Einen Dämpfkorb oder wie in meinem Fall den Dämpfeinsatz des Kochtopfes mit Backpapier auslegen. Den Dämpfkorb benutzt man am besten auf einem Wok, der nach oben breiter wird. Wasser im Wok zum kochen bringen (oder halt im Topf). Der Korb/Einsatz soll das Wasser nicht berühren.


Die Dim Sum mit ein wenig Abstand auf das Backpapier legen und Korb/Einsatz auf das Wasser stellen. Ca. 15 Minuten dämpfen lassen.




Wer mehr Wan Tan gleichzeitig produzieren will, kann mehrere Bambusdämpfer übereinanderstapeln (der Deckel kommt dann obendrauf). Dann aber nach ca. 5 Minuten die Einsätze durchwechseln, der unterste eine Etage höcher usw.

Die Wan Tan isst man mit diversen anderen Dim Sums zusammen, serviert mit diversen Dips, am häufigsten jedoch mit Sojasauce.

Donnerstag, September 13, 2012

Freitag, August 17, 2012

Küchenteufel geht in den Herbst mit ... Zwiebelkuchen

Am Sonntag war ich Grillfleisch und Co. einkaufen (ja, das geht wenn man Orte in der Nähe hat, die unter die Bäderregelung fallen) und da stand er - der Federweiße.
Aus Italien zwar, doch obwohl die Tage sonnig sind, waren die letzten Nächte doch ganz schön kalt und so wurde gestern die erste Flasche zu den Pestospätzle gereicht.

Doch dann kam sehr hilfreich die Frage: "Machen wir heute abend Zwiebelkuchen?" - Geht klar! Dem Mann war jedoch sehr suspekt, dass ich Käse, dicken Speck und so viele Zwiebeln anschleppte, bis sich das Mißverständnis aufklärte: Es gelüstete ihn eigentlich nach Flammkuchen!
Tja ... Pech gehabt. Doch nach eigenem Bekunden fand er es sogar noch besser, dass ich in der Schublade zum x-ten Mal nach dem bereits völlig bekleckerten und bekritzelten (weil längst von mir nach unserem Geschmack umgewandelten) Rezept für Zwiebelkuchen gesucht hatte. Und damit ich diesen Zettel nun endlich entsorgen kann, gibt es das Rezept nun aufm Blog.

Danielas Zwiebelkuchen
reicht für etwa vier Personen

Zutaten:

400g Mehl
1 P. Trockenhefe
1 TL Salz
1 Pr. Zucker
2 EL Öl
220 ml lauwarmes Wasser

3 große Gemüsezwiebeln (ca. 800g)
200g Speck, durchwachsen und geräuchert - für Faule gibts bei Sky dicke Baconstreifen zu kaufen
2 EL Öl
2 Eigelb
200g Gouda
200ml Sahne
Pfeffer

Zubereitung:

Aus den ersten sechs Zutaten einen Hefeteig kneten (Knethaken am Handrührer benutzen), je nach Mehl-Wasser-Verhältnis ggf. etwas mehr Wasser/Mehl zufügen. An einem warmen Ort ca. 30-40 min. gehen lassen. Ich hab die Tupper-Hefeschüssel, die wird verschlossen und steht dann ein Weilchen in der mit warmem Wasser gefüllten Spüle. Vollkornmehle brauchen mehr Wasser!

Den Speck kleinschneiden. In einer großen Pfanne ein wenig Öl erhitzen und die Speckstücke anbraten. Die drei Gemüsezwiebeln schälen, in Ringe schneiden und grob hacken. Nach und nach zu den Speckstücken geben, die Hitze reduzieren und die Zwiebelstücke dünsten. So verlieren sie ihre Schärfe. Zwischendurch den Backofen auf 200°C vorheizen.




Eine Fettpfanne/Backform mit hohen Rändern mit Backpapier auslegen und den aufgegangenen Hefeteig mit nassen Händen darauf verteilen. Wem der Teig zu dick ist, nimmt das normale Backblech - ich garantiere aber nicht dafür, dass der Belag sich nicht in Richtung Backofenboden verabschiedet, denn manche Gemüsezwiebeln sind sehr "nass". 
 Zur Seite stellen und noch ein wenig gehen lassen.


In einer weiteren Schüssel die Eigelbe mit der Sahne verrühren und mit reichlich frischem Pfeffer würzen. Käse reiben und untermischen. Auch den gibts für Faule fertig gerieben. Wenn die Zwiebeln in der Pfanne glasig aussehen, die Pfanne vom Herd nehmen, die Käse-Eier-Sahne-Mischung kurz unterrühren und auf dem Hefeteig verteilen.




Im vorgeheizten Backofen ca. 30-40 min. backen. Jeder Backofen ist anders, also zum Ende der Zeit regelmäßig vorbeischauen. Wenn der Käse und auch der Teigrand eine schöne Farbe angenommen haben, ist der Zwiebelkuchen fertig.

Abkühlen lassen und genießen.
Guten Appetit! 


Abwandlungsmöglichkeiten:  Eine Prise Cayennepfeffer sorgt dafür, dass es auch im kalten Herbst so richtig warm wird. Ach ja und: Mehr Speck geht immer!

Sonntag, Juli 01, 2012

52 Songs - Thema "Abschied"

52 Songs heißt das Jahresprojekt von Konna von der Gedankendeponie. Oder hieß, denn wir befinden uns in Woche 52.

Kurz umrissen: Jeder postet einen Song, der seines/ihres Erachtens gut zu einem bestimmten Thema passt, und schon bekommt man ein klasse Mixtape, und das jede Woche! Mehr Infos unter 52 Songs. Ich hab zwar einige Wochen (ähmm ... Monate) ausgesetzt, aber es ist ja nie zu spät, wieder einzusteigen :)

Das neue und letzte Thema: "Abschied".
(Der Link führt zu allen Beiträgen dieses Themas.)

Abschied ist doof. Und deshalb möchte ich mich von diesem tollen Projekt, das ich leider mehr gelesen habe als dass ich mich selbst beteiligt habe (9x, wenn ich das richtig zähle), gar nicht verabschieden und hoffe auf eine Neuauflage.

Daher gibt es von mir hier auch keine bitter-süß-schön-schmerzhafte Abschiedsgeschichte (von denen es in den letzten 36 Jahren sicherlich schon zahlreiche gegeben hat), sondern etwas ganz anderes. Denn nicht alle Abschiede sind negativ, und manchmal verabschiedet man sich von etwas sogar nur, um sich danach über die Rückkehr zu freuen. Daher habe ich diesen Song ausgewählt:

Richard Marx und Donna Lewis mit "At the beginning" aus dem Disney-Film "Anastasia" (den ich nie gesehen habe, aber die Musik ist so schön *lach*) ist gar nicht Disney, sondern 20th century fox, danke Judith für die Korrektur!


Montag, Juni 25, 2012

Hörn-Boykott oder wie man sich als Politiker zum Deppen macht

Bei dieser Kieler Woche war alles anders.
War es vorher ein Fest, auf dem Friede, Freude und Eierkuchen geherrscht hatten, wo die Waffeln und das Eis, der Burgunderschinken und das Bier genauso für lau waren wie die Musik, hat der Grinch im Jahre 2012 die Kieler Woche plötzlich kommerzialisiert. Mindestens.

Spaß beiseite, natürlich waren Wurst und Bier immer schon nicht billig, denn auch die Standmieten an die Stadt Kiel sind ganz schön happig und das muss erstmal eingenommen werden.

Aber die Sache mit der Hörn, die stimmt doch, oder?  Die nehmen Geld?
 Ja, das stimmt. Und das, obwohl unsere Stadtvertreter doch so bitterlich für uns gekämpft haben! Damit auch weiterhin ALLES auf der Kieler Woche eintrittsfrei bleibt. Steht hier:





Sieht man ja. Sie sprechen sich gegen "jedwede Form von Eintritt" aus. Pauschal, nicht auf Konzerte beschränkt. Nix soll was kosten. Also mit Ausnahme von "Gewaltig leise". Das ist ein Festival auf der Krusenkoppel und die Eintrittskarten kosten den Schnäppchenpreis von 15 bis 20 Euro. Warum genau dieses Festival nun Geld kosten darf und das an der Hörn nicht, das sagen sie nicht. Warum dieses "gewaltig leise"-Festival überhaupt zeitgleich zur Kieler Woche stattfinden muss, das beantwortet mir auch niemand.

Aber nun gut. Dann gibt es eben von nicht-kommerzieller Seite nur das "gewaltig leise"-Festival und ansonsten nur die bösen Grinch-Unternehmer an der Hörn, sonst ist alles eintrittslos, richtig?

Ähm. Nein.

Ein ganz kurzer Blick in das offizielle Kieler Woche - Programmheft (also all das, was ganz offiziell zur Kieler Woche gehört, nicht nur zufällig gerade zeitgleich stattfindet oder so) offenbart gleich am Freitag:

- 10:30 Uhr "Tamino Pinguin" Familienmusical; GEOMAR, Hafen (Mit Eintrittskarte)
- 15 Uhr dasselbe
- 20 Uhr "Was für ein Theater"; GEOMAR Hafen (Mit Eintrittskarte)
- 10:15 Uhr Besichtigung der Fähren der Color Line (Mit Eintrittskarte)
- 20 Uhr "Ik sööl een Mann, de nich kann", Theater am Wilhelmplatz (Mit Eintrittskarte)

Am Samstag kommen zu o.g. Daten noch andere hinzu:

- 21 Uhr "gewaltig leise: Inga & Nils", Krusenkoppel (Mit Eintrittskarte) - aber das wußten wir ja schon
- 9 Uhr "Der Einfluß biologischer Reize auf das Verhalten", Restaurant Seeburg (Mit Eintrittskarte)
- 11 Uhr Schnuppersegelangebote im Segelcamp 24/7" (Mit Eintrittskarte)
- 14 Uhr "Fahrt mit dem Museumsdampfschiff Bussard", Schiffahrtsmuseum (Mit Eintrittskarte)
- 10 Uhr Rathausturmfahrten (Mit Eintrittskarte)
- 14:30 Uhr Regattabegleitung (Mit Eintrittskarte)
-  9 Uhr "10. Baltic Senior Tanzturnier" (Mit Eintrittskarte)
-  11 Uhr Ausstellungseröffnung: Fotografien aus der Schwentineregion (Mit Eintrittskarte)

Ganz ehrlich? Ich hab keine Lust mehr, das weiter zu durchforsten, auch wenn da noch acht Tage warten. Was ich eigentlich nur zeigen will: Im ganz offiziellen "Kieler Woche Programm" stehen für jeden Tag zahlreiche Veranstaltungen, Konzerte, Vorträge, Sportveranstaltungen etc. die eintrittspflichtig sind. Danach kräht kein Hahn. Das war immer schon so.

Nicht aber die Leute an der Hörn. Da gab es so eine putzige Verkettung aus self-fulfilling-prophecy. Irgendjemand war empört und gründete eine Facebook-Gruppe zwecks Boykott der Hörnbühne. Das lokale Käseblatt hatte den Hinweis auf diesen Sturm der Entrüstung drei!!!!! Tage lang auf der ersten Seite (tageweise weniger auffällig). In der selben Kurve stieg auch die Anzahl der Mitglieder der Boykott-Gruppe und auch SHZ und Co. witterten den großen, völlig aus dem Nichts gekommenen Facebookprotest. Sozusagen von unten, aus dem Volk, gänzlich ungesteuert. WTF?!

Naja, kann mir eigentlich egal sein, ich besuche die Hörn jedes Jahr ca. bis zum Ocean Jump, laufe einmal rundherum, um beim "Unser Norden"-Dorf ein paar Erdbeeren zu esen und bleibe ansonsten heimatnah an Internationalem Markt, Altem Markt und NDR-Bühne. Könnte mir also egal sein.
Aber geht es nur mir so, dass man grundfalsche Behauptungen einfach nicht im Raum stehen lassen mag? Eben. Also hab ich darauf hingewiesen, dass es ein Sicherheitskonzept DER STADT gibt, dass vom Betreiber eine Zugangs- und Sicherheitsregelung verlangt. Mit schlappen 5 Euro ist es wohl auch eher ein Nennbetrag als echte Einnahmen. Ist ja nicht so, dass da jemand 20 Euro pro Ticket nimmt. (Also außer der "Gewaltig leise"-Bühne, aber es ist immer jemand gleicher als die anderen, warum sollte das hier anders sein). Was kam dann? Ich musste mir wüsteste Beschimpfungen anhören. Als ich den Begriff "gesunder Menschenverstand" benutzte (kennt man, oder?) wurden mir die Worte im Mund umgedreht, also dass ich damit jeden als "krank" (weil Gegenteil von gesund) bezeichnen würde, der nicht meine Meinung teile. WTF?!

Mit Freunden hatte ich einen witzigen Schlagabtausch zum Thema in der o.g. Boykott-Gruppe, wirklich liebe Menschen, bei denen man problemlos eine andere Meinung hat und fröhlich darüber debattiert. Irgendwann wurde ich darauf angesprochen: "Sag mal, warum hast Du Dich denn da rausgelöscht? Jetzt sehen meine Postings voll doof aus!". Da hat man mich tatsächlich zum Troll degradiert, bloß weil ich nicht wie ein Lemming "Boykott! Boykott!" gerufen habe. Hahahahahahaaaaaa .... nicht lustig.

Dabei ist es doch so einfach: Frühr ging das doch auch mit den großen Namen. Also was man so "große Namen" nennt. Seit ich beim Fördeflüsterer bin gibt es nicht ein Jahr, in dem nicht zur Veröffentlichung unserer großen Konzertübersicht das Genöle angefangen hat: "Uralt!" - "Das will doch keiner sehen!" - "Nie kommt mal was Gutes nach Kiel!"
Ja, früher. Früher hatten wir mal nen Kaiser. Franz. Aber "früher" war ein Auftritt bei der Kieler Woche auch ein Teil der Platten-Promotion für die Künstler. Da haben die für ein "Handgeld" gespielt. Heute will ein Casper (kennste nicht? Macht nix.) mal eben eine sechsstellige Summe für einen kurzen Kieler Woche-Auftritt. Das kommt mit ein paar verkauften Bier und Würstchen nicht rein. Und weil die Biere ja so teuer sind, haben eh immer mehr Leute die Sachen im Rucksack dabei. Ist ja auch ganz logisch und Grundrecht und überhaupt. Dass die Rechnung dann nicht aufgeht, ist solange egal, bis es nicht mehr geht.

Die Politik ist nicht besser

Mein persönliches Highlight wurde mir leider nur aus zweiter Hand mitgeteilt: Der Livestream zur dazugehörigen Ratsversammlung. Also die Menschen, welche die Geschicke der Stadt leiten. Muss ein Hühnerhaufen erster Güte gewesen sein. Die Linke (ihr wißt schon, die alte SED) war sich da mit der CDU komplett einig: Die regierende SPD sind die Bösen, die haben das zugelassen mit dem Hörn-Grinch. Also die Verpachtung des kompletten Hörngeländes, die war wohl schon unter der CDU-Oberbürgermeisterin so, und das jemand, der etwas pachtet, darauf Eintritt nehmen kann, ist eigentlich logisch - aber das ist der CDU total wurscht. Man nimmt sich das Recht, auf die Frage nach anderen Finanzierungsmöglichkeiten nicht antworten zu müssen. Stattdessen schwadroniert Madame darüber, dass "gewaltig leise" schließlich ein ganz anderes Publikum anspreche, da wäre Eintritt okay, aber die Hörn sei ja nun so dicht an Gaarden dran und die Leute haben da ja auch nix anderes im Ghetto (Überspitzung von mir!) also Brot und Spiele und so für die Kieler Bronx. WTF?! (ja, das kommt heute öfter). Dass sich eine Veranstaltung rechnen muss, damit kein Minus gemacht wird, ist komplett egal. Ähnliches kam auch von der SPD-Ratsfraktion per Mail (hab ich noch irgendwo). Irgendso ein diffuser "die Kieler Woche darf keinen Eintritt kosten"-Quatsch.

Ganz ehrlich: Diese "Mit Eintrittskarte"-Veranstaltungen stehen mit Sicherheit auch in den Programmheften der letzten Jahre. Und das ist auch völlig okay, denn diese Dinge kosten Geld. Segeltörns, Ausstellungseröffnungen, Theateraufführungen. Aber eben auch Konzerte. Und da mit solchen Aussagen auf den Facebook-KN-Boykott-Möchtegern-Aufreger aufzuspringen ist noch peinlicher als peinlich. Dem Volk aufs Maul schauen heißt das glaube ich. Macht es nicht weniger armselig. Vor allem, wenn man bedenkt, dass 90% aller Veranstaltungen, die ich da oben aufgelistet habe, nicht-kommerziell sind (Vereine, Theater etc.)

Nun ist die Kieler Woche rum. An der Hörn war zu Beginn relativ wenig los, aber ehrlich gesagt: Auf dem Rest der Kieler Woche auch. Das hab ich aus erster Hand. All den Menschen, die sich jetzt diebisch-hämisch freuen, dass die Eintrittsgeschichte an der Hörn "ins Wasser" gefallen ist, möchte ich nur wünschen, dass sie niemals in die Verlegenheit kommen, dass ihr Gehalt nicht für ihren Lebensunterhalt reicht. Solange wir noch GEZ zahlen. Denn von diesen Gebühren hat uns der NDR die Show am Ostseekai ermöglicht. Und Steuern. Denn von denen wird das Programm auf den öffentlichen Bühnen bezahlt. Also außer "gewaltig leise". Das steht vollkommen außer jeder Kritik, da sind sich alle einig.

Bin ich die einzige, die sich fragt, was da verkehrt läuft, wenn so viele Lemminge "Hörn-Boykott!" brüllen und auf meinen Krusenkoppel-Einwand mit "Das wußte ich nicht. Bist Du sicher?" oder sogar "Du lügst doch!" antworten?

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Nachtrag: Ich hab dann mal nach den ganz offiziellen Statements von Politikern gesucht. Interesse?

 Obwohl das Kieler Woche-Programmheft großräumig in Kiel erhältlich war (zur Not auch im Internet), behauptet die SPD-Ratsfraktion in ihrer Mail "Veranstaltungen auf der Kieler Woche 2012 - kostenfrei bis auf zwei": "Alle übrigen Veranstaltungen, [...]  sind nach Prüfung der Stadtverwaltung kostenfrei." und der SPD OV Kiel Mitte sogar "dass in diesem Jahr für eine der Kieler-Woche-Bühnen teilweise ein Eintritt verlangt" wurde. EINE? Soso.

Sonntag, Juni 24, 2012

Pass auf, was Du Dir wünschst - Tage wie diese

Man sollte sich genau überlegen, was man sich wünscht. In der Realität könnte es nicht halb so schön sein, wie man es sich vorgestellt hat.

Ja, das klingt jetzt irgendwie kryptisch und auch extrem weit hergeholt. Weil ich aber wahrscheinlich nach Schreiben dieses Textes eine tolle Überschrift gefunden habe (oder wenigstens eine aussagekräftige), wißt ihr schon, worum es geht, und ich muss gar nicht lange einleiten. Hoffentlich. Kommen wir also zum wesentlichen.

Die Toten Hosen. Aus Düsseldorf. So wie ich. Mit Fortuna 95 Düsseldorf verbunden. So wie ich. Zu Zeiten der teenageresken Identitätskrise, die wir wohl alle durchlaufen haben, waren sie mein Anker. Düsseldorfer, die ihr düsseldorfsein in die Welt getragen haben, gegen all diese "Köln ist doch viel cooler"-Spezis, die ich in meinem norddeutschen Exil traf. Abgesehen davon fand ich Campino in "Langer Samstag" auch noch sehr schnuckelig, aber der Mann ist gerade 50 geworden, also lassen wir das mal weg.

Was der kurze Exkurs sagen will, ist, dass ich mich, solange ich denken kann, als Fan bezeichne, nicht Hardocre, aber schon nach jeder Neuerscheinung, jedem Bootleg, jeder Kopie eines Konzertes aus Buenos Aires lechzend. Ich habe sie mehrfach erlebt in Kiel in der Ostseehalle, in Lübeck in der MuK (NIE WIEDER!) und in der Alsterdorfer Sporthalle (eine Sporthalle? Hallo? Scheiß Sound!).

Und nun sollte etwas Neues erscheinen. Nachschub für mich in meiner Welt aus diffusem Chart/Technokram für die Cyclingstunden und dem LinkinPark/Blink182/Kettcar-Gelöt, dass mich beim Putzen und Autofahren unterstützt. Mit Grausen dachte ich an "Strom", mit dem ich so gar nix anfangen konnte. Wie würde der neue Song bei mir landen? Er landete gut. Er landete sogar sehr gut. Ich saß im Auto, fuhr die Eckernförde an einem sonnigen Tag entlang, als delta radio die Premiere ankündigte, ich rechts ranfuhr, das Radio aufdrehte und hoffte.

Ich wurde nicht enttäuscht, "Tage wie diese" nahm mich sofort gefangen, schon in der ersten Strophe fühlte ich, wie ich "mit dem Strom" der gutgelaunten Menschen unterwegs war. Nicht auf den Rheinterrassen, sondern auf der Kieler Woche. Ja, der Song klang nach Kieler Woche par excellence, es war genau diese Stimmung, die jedes Mal gleich, aber doch jedes Mal anders ist. Scheiß auf die Konzerte, auf Eintrittspreise, auf zu teures Bier. Es geht um die Menschen, die man trifft, die Menschen, mit denen man seine Zeit verbringt, die Kulisse am Wasser. Einfach schön. Und da passierte es: Ich wünschte mir, dass die Toten Hosen mit diesem Song so richtig Erfolg haben würden. Dass noch mehr Kieler Woche-Besucher ihn hören und das empfinden würden, was ich in diesem Augenblick empfand. Doch ich tat das als Unsinn ab. Ein Song von den Toten Hosen ganz oben in den Charts? Das hatte es seit "10 kleine Jägermeister" nicht mehr gegeben und da war das putzige Video auf VIVA mit Sicherheit mit Schuld gewesen.

Wer diesen Text zeitnah nach seiner Erstellung liest, dem muss ich nicht erklären, dass "Tagen wie diese" eingeschlagen hat wie eine Bombe. Sofort auf die Eins der MediaControl-Charts, als Background zu den ARD-Fußball-Übertragungen, nicht nur beim denkwürdigen Relegationsspiel zwischen Düsseldorf und der Berliner Hertha (wo es ja passte, Düsseldorf und DTH und so), sondern überall. Dauernd. Immer. Gefühlt bei allen Radiosendern von RSH über N-Joy bis zu NDR1. Alle Fußballübertragungen.

Bei Facebook kreiste dieses Bild und es ist sooo wahr:



Natürlich läuft es auch auf der Kieler Woche. Und es ist schön, dass meine Begleiter den Titel mit mir singen können. Der Kumpel aus Iserlohn (das ist von hier aus gesehen nahe bei Düsseldorf), der sich wohl auch manchmal als Exilant fühlt, genauso wie die Kumpanen, die gerade eine Woche im Bierkönig auf Mallorca gefeiert haben und den Titel dort ständig gehört haben. Mit eigener Version, versteht sich. Sozusagen Ed Hardy-Sonderedition.

So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Daher: Passt auf, was ihr euch wünscht.
Trotzdem kann ich es noch hören (nur nicht mehr so oft). Ich hoffe, das bleibt so.




Freitag, April 13, 2012

PR auf die schlechte Art - der Goldfisch in Kiel

Ich bin ein großer Fan von Bewertungsportalen im Internet, also wenn Leute erzählen, wie ihr Hotel oder ihr Essen im Restaurant so gewesen ist. Natürlich wird da auch viel Schindluder getrieben, darauf braucht ihr mich gar nicht hinweisen. Aber wenn man solche Portale häufiger benutzt, bekommt man schon eine Antenne dafür und in der Masse der Bewertungen bildet man sich seinen eigenen Eindruck und geht dann dort selbst mal essen oder eben auch nicht.

Im letzten Sommer war ich zum ersten Mal bei der "Goldfisch"-Fischbude in Schilksee. Ich weiß nicht genau, ob da ein Feiertag o.ä. war, ich erinnere mich nur daran, dass das Wetter spontan zum Nachmittag noch schön geworden war und wir einfach raus mussten. Und ich hatte natürlich wie immer so ein "Hüngerchen" und Bock auf ein Krabbenbrötchen. Draußen standen schon Leute und ließen es sich schmecken, drin war gerade niemand außer den Verkäuferinnen, also hinein! Die komplette Bewertung könnt ihr hier lesen: Meine Goldfischbewertung bei Qype, das muss ich jetzt nicht alles wiederholen.

Kurz zusammengefasst: Das Brötchen war lecker, die Krabben frisch, die Bedienung nett und der Laden schön sauber. Aaaaber ich fand drin nicht gleich eine Preisliste und fühlte mich als einziger Kunde von den Nachfragen der Damen schon ein wenig gehetzt. Außerdem bemängelte ich, dass ich an der Nordsee (Büsum etc.) für den selben Preis einfach mehr Krabben pro Brötchen gewöhnt bin. Mein erstes und einziges Krabbenbrötchen dort, daher auch eine deutlich subjektive Bewertung eines einmaligen Kaufs / Besuchs.

Das ist schon was her (August 2011!), und seitdem gab es bei Qype sogar schon 5 Komplimente. Heute allerdings bekam ich böse Dinge um die Ohren gehauen:


Im Goldfisch befinden sich schon immer drei Preislisten in normaler Schriftgröße.
Da aufgrund der guten Qualität und der Menge auf den Brötchen von jeher großer Andrang herrscht, sind auch aussen mehrere identische Preislisten angebracht. Die Preise sind eher im sehr günstigen Segment angesiedelt und die Menge der Ware ebenfalls gut.
Der Beitrag scheint, als "Ausreisser" zu allen anderen Bewertungen wohl vom Wettbewerb oder einer, an dem Tag unpässlichen, Person zu stammen..


Was ich feststellen durfte: Der Account "Mike 174", der diese Bewertungskritik verfasst hat, hat sich heute erst angemeldet und bis 12:39 Uhr am heutigen Freitag lediglich Bewertungen des Goldfischs "beantwortet", teilweise mit Insiderwissen. Ich wage mich mal so weit aus dem Fenster zu lehnen, dass die wohl in irgendeiner Form zusammengehören. Aber auch wenn sie es nicht tun, finde ich es extrem dreist, mich so abzukanzeln, und so habe ich auf den Beitrag geantwortet:

Auch wenn mein Beitrag schon einige Zeit her ist, stehe ich weiterhin dazu, außen keine Preisliste gesehen zu haben.
Aber schön, dass Sie sich extra dafür hier bei Qype angemeldet haben, um mir “Unpäßlichkeit” unterstellen zu können – das ist wahres Fantum. Oder doch eher rein geschäftlich?

Bei Qype sollte jeder schreiben, was er/sie gerade erlebt hat, die ehrliche Situationsbeschreibung macht den Reiz aus, bewerten kann das dann jeder Leser für sich selbst. Und gerade bei einer solch positiven Kritik bezüglich der Qualität der Ware sollte man nicht damit rechnen müssen, ein “was ist die Kundin auch zu blöd zum lesen und hat wahrscheinlich ihre Tage gehabt” um die Ohren geknallt zu bekommen. Statt sich zu denken: “Oh prima, da macht ein Kunde uns darauf aufmerksam, dass man die Preise deutlicher aushängen könnte” oder “könnte ja sein, dass die Damen an diesem Sonntag, der spontan sehr sonnig wurde, mit den Krabben plötzlich etwas haushalten mussten, kommt nicht wieder vor” werde ich als einmaliger Kunde unter Generalverdacht gestellt, einfach ein großer Idiot zu sein. Das ist PR der schlechten Art.


Ich hatte mir fest vorgenommen, diesen Sommer das eine oder andere Mal hinzugehen, um meine Bewertung evtl. noch zu revidieren. Aber ganz ehrlich? Darauf hab ich jetzt wirklich null Bock mehr.
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